Doch mal wieder Vinyl?

Als wirklich nettes Winterprojekt kann ich den Aufbau eines Plattenspielers empfehlen. Vielleicht hat man ja noch Vinyl, es erscheinen aber auch zunehmend wieder Alben und angenehm ist es sowieso, mal wieder eine Platte aufzulegen.

Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Da die fortschreitende Technologie es ja mittlerweile geschafft hat, Musikwiedergabe ohne bewegliche Teile zu ermöglichen, sehnen sich doch einige Menschen nach etwas Handfestem. Zudem bietet ein Plattenspieler die Möglichkeit, den Klang an den Geschmack oder die ansonsten verwendeten Komponenten anzupassen.

Wirklich ausgestorben waren Plattenspieler eigentlich nie, auch wenn sie zwischendurch nur noch „turntables“ genannt wurden. Die Clubszene wäre ohne DJs und den 1200er Technics undenkbar. Für High-End-User stellte ein Laufwerk sowieso die ultimative Musikquelle dar und auch ambitionierte Musikkomsumenten lieben den analogen Klang, wenn da nur nicht diese aufwendigen Begleitumstände wären.

Auf eine LP-Seite passen nun mal nur 25 Minuten Musik. Danach muss sie umgedreht oder eine andere LP aufgelegt werden. Man sollte pfleglich mit ihnen umgehen, sie stets mit Innenhülle wieder in das Cover versenken und angemessen lagern. Der Plattenspieler selbst sollte gerade und möglichst akkustisch entkoppelt aufgestellt werden, Tonarm und Tonabnehmersystem müssen justiert werden und unterliegen, wie auch das Lager des Plattentellers, Verschleiß.

Dennoch besteht wieder zunehmend eine Nachfrage nach diesen schönen analogen Schmuckstücken. Gerade Einsteigergeräte werden fertig konfiguriert angeboten, die dann „out of the box“ spielbereit sind. Wenn denn überhaupt ein Phono-Eingang vorhanden ist. Ansonsten muß zusätzlich ein separater Phono-Vorverstärker angeschafft werden.

Dieser etwas lange Einstieg ist denen geschuldet, die sich bisher kaum oder gar nicht mit der Thema auseinandergesetzt haben. Wirkliche Analog-Fans wissen eh wie es funktioniert oder haben ihren HiFi-Guru. Doch wie findet ein Newbie seinen Einstieg? Ganz einfach: Loslegen! Es gibt für um die 400 Euro annehmbare Geräte, die brauchbare Ergebnisse liefern. Ob es nun ein Pro-Ject, Rega oder Thorens wird, das entscheidet der individuelle Geschmack, gucken kann man mal bei PhonoPhono. Die Leute dort scheinen Ahnung zu haben und bieten eine gute Auswahl an brauchbaren Geräten.

Für die etwas anbitionierteren bzw. mutigeren Aspiranten sei das englische eBay empfohlen. Dort werden teilweise coole Chassis und Tonarme angeboten und man kann sich dann sein Laufwerk zusammenbauen. Mit Glück stößt man schon mal auf einen älteren Roksan Xerxes und auf einen guten Arm von Rega, Jelco oder Linn. Oder man probiert einfach mal was Cooles aus, an der Stelle befinde ich mich gerade :-))

Unterstützung in allen Lebenslagen bietet nach wie vor das HiFi-Forum, speziell für Analogtechnik das Analog-Forum und in Sachen Justage von Systemen und Know-How zum Thema Plattenspieler kommt man hieran und an Frank Landmesser kaum vorbei.

Den Jungs vom HiFi-Forum an dieser Stelle nochmal vielen Dank! Kaum jammerte ich ein wenig herum, daß ein alter Receiver nicht mehr so will wie ich ihn gern hätte, kamen Schaltplan, detaillierte Analysen und bebilderte Reparaturanweisungen! Super!

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