Harald Blauzahn

Nein, ich hab kein iPhone. Vielmehr hatte ich mich so lange an mein altes Nokia E70 mit Klapptastatur geklammert, bis es aussah wie ein prähistorisches Steinwerkzeug.

Als ehemaliger Nerd kann auch Verweigerung stilbildend sein. Das Ding konnte ja auch alles, was man so braucht. Mails abrufen, recht gute Bilder machen, Musik wiedergeben, WLANs nutzen… was will man mehr. Bluetooth hatte es auch.

Womit wir beim Thema wären. Bluetooth wurde von der Firma Ericsson (Schweden) ersonnen, um eine Kommunikation von Mobiltelefonen mit anderen Geräten über kurze Distanzen zu ermöglichen.  Der so entstandene neue Funkstandard wurde nach Harald Blauzahn benannt, einem alten Wikinger und König von Dänemark. Und ich erzählte grad keinen Bullshit!

Bluetooth ist mittlerweile das Zauberwort wenn es darum geht, im Auto ohne Handy am Ohr zu telefonieren. Warum es dennoch noch so viele tun, bleibt mir schleierhaft, denn einmal konfiguriert meldet sich mein Mobiltelefon automatisch beim Autoradio an, wenn ich ins Auto steige, also, wo ist das Problem?

Mein neues Mobiltelefon, wie gesagt kein iPhone, hab ich dann auch in der Küche allen Geräten vorgestellt und ein paar Gimmicks installiert, die mir das Leben erleichtern. Als besonders klasse hat sich die Fleurop-Taste erwiesen, die automatisch allen Damen, die im Telefonbuch des Mobiltelefons gespeichert sind, Blumen schickt. Okay, ich bin mal aus versehen drangekommen und es wurde dann recht teuer, aber die Resonanz war überwältigend!

Richtig eingestiegen auf die neuen Möglichkeiten ist allerdings meine Küchenmaschine von Bosch. Der Erfinder von Zündkerze, ABS, ESP und aller gängigen Einspritzanlagen hat natürlich etliche wenig dokumentierte Funktionen in seine Geräte eingebaut, von denen wir wenig ahnen.

Mitten in der Nacht kam eben jene Küchenmaschine auf die Idee, man könne ja morgen mal Pflaumenkuchen machen. Sie bestellte beim Kühlschrank (der bei mir auch die Lebensmittel in der Speisekammer verwaltet) alle nötigen Zutaten und so bekam ich um zwei Uhr nachts eine SMS von ihm, ich möge Zimt und Schlagsahne mitbringen. Ich saß gerade mit Chantal und Svetlana im Whirlpool und musste  beide erstmal aufklären.

Wer in seinem Auto über kein bluetoothfähiges Radio verfügt dem sei gesagt, daß es sich auch bei den heute üblichen Gebilden in der Mittelkonsole oft nur um geschickt verblendete, standardisierte Geräte mit Doppel-DIN-Schacht handelt, die man austauschen bzw. aufrüsten kann. Sollte dies nicht der Fall sein, kann eventuell beim Schrottplatz Ihres Vertrauens ein passendes, leistungsfähigeres Modell erworben werden.

Als User eines angehenden Youngtimers (wo bekommt man noch ein Auto um die 1000 Kilo mit Heckantrieb?) mit Standardschacht kann ich guten Gewissens das Blaupunkt (nicht verwandt mit Blauzahn) Toronto empfehlen. Tut, was es tun muß, kostet nicht die Welt und die Farbe des Displays lässt sich an die vorherrschende anpassen.  Der Sound, der per Bluetooth vom neuen Nokia kommt, ist super und das Toronto wirkt auch in einem eher sachlichen Umfeld nicht wie ein Fremdkörper. Das werden unsere Freunde aus Japan so schnell nicht lernen.

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