Musik per Datenfunk

Ich hatte es ja hier versprochen. Also kommt jetzt der Text zum Thema digitale Berieselung. Was mal wieder auffällt: Dinge die etwas taugen können durchaus hübsch sein!

Ich selbst bin begeisteter Radio-Mensch und stehe gar nicht so auf Konserven. Da ich aber einige Sendungen aus meiner ehemaligen Heimat regelmässig höre, bin ich trotzdem auf „digitale Berieselung“ angewiesen. Ich gehe daher auf beide Bereiche ein.

Auf den ersten Blick sieht die Operation danach aus, als würde man Dinge zusammenbringen wollen, die nicht zusammen gehören. Das stimmt nur schon lange nicht mehr. Musik wird digital aufgenommen, produziert und weiterverarbeitet und liegt eben auch digital vor, wenn man die CD in den Player schiebt.

Was noch analog vorliegt ist UKW, Vinyl und eventuell noch vorhandene Tapes.
In unseren CD-Playern ist der Wandler von digital zu analog bereits integriert, also fällt dieser Schritt gar nicht wirklich auf. Aus diesem Grund zerlege ich jetzt mal den CD-Player in die Bestandteile Daten-Quelle, Wandler und Übertragungsweg. Als Quelle dient eine Musik-CD, deren Dateninformationen mittels Laserstrahl ausgelesen einen Datenstom ergeben. Dieser Datenstrom wird durch den D/A-Wandler in analoge Signale umgewandelt und per Chinchkabel an den Verstärker weitergegeben.

Und ähnlich bauen wir nun auch unsere Streaming-Version auf. Als Quelle kommt das bereits streamende Internet-Radio oder unsere digitale Konserve ins Spiel, als Übertragungsweg das eh vorhandene W-LAN (eventuell auch Bluetooth) und ein D/A-Wandler übergibt die Signale an unseren HiFi-Altar.

Nein, wir benötigen jetzt keinen Lötkolben. Alle für diese Lösung benötigten Geräte sind am Markt verfügbar. Sie wollen nur, wie auch unsere anderen Schätze, mit Bedacht augewählt sein und zusammen passen. Und daher verlassen wir nun die Theorie und schauen uns die vorhandenen Lösungen an:

Was es gibt sind Multimedialösungen. Ohne Ende Multimedialösungen. Sprich: Vatter sitzt auf dem Sofa und bringt per Fernbedienung alles auf den Flachbildschirm und die angeschlossene Surround-Anlage. Das kann man soweit perfektionieren bis die Feuerwehr anrückt, wenn im Film ein Flieger abstürzt. Nette Sache, aber nix für uns.

Dann gibt es die Rechner-Lösungen. Egal ob Laptop oder großer Kasten, aber die Schaltzentrale ist der Recher. Sprich: Sohnemann sitzt eh vorm Rechner (genau wie Vattern vor der Glotze), twittert, skypt und was sie alle tun mögen und hört eben auch Musik. Mit einer vernünftigen Soundkarte kann das auch alles prima klingen, wenn, ja wenn, nichts anderes passiert auf dem Ding. Alle Soundtreiber müssen quasi Windows entmachten, damit auf die reine Quelle zugegriffen werden kann und Windows eben nicht dazwischen funkt. Nicht mal die Lautstärke sollte man am Rechner regeln können, weil das sofort Einfluß auf die Bit-Rate hat. Warum das so ist? Keiner weiß es, aber die Dinger sind nun mal nicht als HiFi-Bausteine konzipiert, man muß welche draus machen. Nachteil: Man sitzt vor einem Rechner, um Musik zu hören??

Dann werden wir ja gerade überschwemmt von der Apple-Manie. Ohne iPhone, iPad und iPod ist man ein nichtsnutziger Wurm, vollkommen out und leider auch mehr und mehr von gewissen Zusatzleistungen z.B. der Printmedien ausgeschlossen. Dabei können die Dinger nichts anderes als das, was ich vor 15 Jahren schon mit meinem Palm veranstaltet habe. Nur ist das jetzt Mainstream und alle entwickeln etwas für diese Apple-Welt.

Aber: Wir kommen damit der eierlegenden Wollmilchsau schon näher. Es reicht nämlich ein dummes, leises und vernünftig konfiguriertes Kästchen, auf dem die Musik abgelegt wurde und wird und ein blöder iPod, mit dem man das Kästlein bedient. Man kann also Musik hören ohne dies vom Laptop oder der Glotze aus zu steuern. Was man allerdings ab und zu tun muß ist, das Kästchen mit Musik zu füttern.

Die Musikquelle ist das Kästlein und macht auch sonst nichts anderes. Erreichen kann man es per W-LAN von jedem Rechner aus und kann dann Musik draufschaufeln. Danach wartet es auf Befehle vom iPod, der in dem Fall quasi nur als Fernbedienung funktioniert. So machen es mittlerweile mehrere Anbieter.

Ich personlich finde das Konzept von Sonos recht überzeugend und die nötigen Bausteine sind erschwinglich. Optional lässt sich natürlich Internet-Radio einbinden, womit Sonos auch mich glücklich machen könnte.

Anders herum macht es TEAC mit seiner WAP-Serie. Hier entsteht aus einem Internet-Radio eine komplette Streaming-Lösung, indem man eine externe Festplatte an den WAP anschließt. Eine hübsche Fernbedienung ist dabei alles, was man von der Geschichte zu sehen bekommen muß. Somit ist TEAC mit dem WAP-8600 ziemlich nah an der Lösung, die mir besonders behagt. Aber ob der vernünftig klingt? Er kann aber auch nicht reduzierte Fomate, nicht nur MP3!

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: DIE ultimative Lösung gibt es einfach noch nicht. Und das hat natürlich einen Grund. Es gibt unzählige Menschen auf der Welt, die Musik hören wollen. Aber für die paar, die es in der Reinform tun wollen lohnt es nicht, etwas zu entwickeln. Tut es aber doch jemand, will er richtig Geld dafür und bekommt es über Masse nicht herein. So entstehen Insellösungen, die oft nur mit Produkten aus dem eigenen Hause funktionieren.

Was es gibt sind Lösungen aus der Consumer-Welt, die durchaus das Zeug zur Bereicherung des heimischen Musikgenusses besitzen. Ob sie klanglich mit den anderen Komponenten mithalten können, darf bezweifelt werden. Aber es war ja auch von Berieselung die Rede. Aufpeppen kann man aber beide hier vorgestellten Systeme. So erlauben digitale Ausgänge den Anschluß eines externen Wandlers.

Wer einen „richtigen“ HiFi-Baustein für das Streaming bevorzugt, der sollte sich den Rotel RGD-1520 einmal genauer ansehen. Auch er kann mit mit dem iPhone oder iPod bedient werden, die Musik darauf auch abspielen und überzeugt auch klanglich. Es tut sich also was! Etwa tausend Euro sollte man aber einplanen.

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