Politics

„Zu Snowden gibst Du aber gar keinen Senf dazu“ musste ich mir kürzlich anhören. Na super, bin ich Spiegel-Redakteur? Und es stimmt auch nicht denn trixo hat sehr wohl etwas dazu gesagt, wenn auch nicht hier, sondern in den Foren der FAZ und sonstewo.

Zudem schlugen diese Enthüllungen nicht gerade wie eine Bombe bei mir ein. Wer die Ohren ab und zu auf der Schiene hat, der wusste was für ein Zug da unterwegs ist. Bereits 2003 wies Thomas Drake, auch ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter, darauf hin, daß an „der großen Lösung“ gearbeitet würde, also nicht die Nadel im Heuhaufen herausfilten, sondern den ganzen Heuhaufen einsacken und analysieren. Wenn man sich das Volumen des Telefon- und Internetverkehrs vergegenwärtigt wird klar, daß eine derartige Infrastruktur nicht bei Nacht und Nebel und in einer Garage aufgebaut werden kann. Es wussten viele und alle die es wissen wollten.  Recht hübsch zu dem Thema geäussert hat sich Markus Kompa bei den Freunden von Telepolis.

Es waren die Dudelsender, die uns auf eine neue Nachrichtenkultur vorbereiteten, die mittlerweile Standard zu werden scheint. Es wird nur noch das aufgetischt, was die Welt hören will, dann aber alle gleichzeitig, bunt gemischt mit Boulevard und danach hört man nie wieder etwas davon. Wie schnell waren die Phillipinen „durch“? Wer hat es verinnerlicht, daß die Amis dort geklotzt haben, mit der George Washington, die eine der größten Wasseraufbereitungsanlagen an Bord hat? Und 80 Helis? Geschenkt, denn der Prozess mit Herrn Wulff war angesagt

Haiyan

Wer wirklich mitreden will, der sollte ab und zu mal Deutschlandfunk hören, dort auch vielleicht den Hintergrund um 18:40. Oder mal ein Buch lesen, eins von Gabor Steingart zum Beispiel. Das tut zwar weh, wenn die Wahrheit an die Synapsen dringt, aber man kann danach ja mal wieder den kleinen Hobbit rauskramen. Oder sich von einer der zahllosen Talkshows einschläfern lassen.

Ich wohne ja nicht aus Jux hier auf meinem Berg am Waldrand. Dieser ganze Wahnsinn dort unten ist aus einiger Entfernung einfach besser zu ertragen. Reinen Wein sollte sich auch nur derjenige gönnen, der damit umzugehen weiss. Und genau deshalb wird er nicht wie Freibier an alle ausgeschenkt. So einfach ist das.

Wer mag sich denn vorstellen, wie die Welt in 20 Jahren aussieht. Was passiert denn nach Obama? Wenn sich dort die religiösen Fanatiker und Anti-Darwinisten durchsetzen und Amerika das Mittelalter nachholt, daß es ja nie hatte? Spinnerei?

Sind wir vielleicht einmal an der Seite Russlands (und Chinas) besser aufgehoben? Einer großen Kulturnation übrigens, mit Schriftstellern, Komponisten und Wissenschaftlern von Weltgeltung? Warum hackt man so auf Putin herum? Er hält dieses riesige Reich dort zusammen und muss den Obermacho geben! Soll er es nach Monty-Pyton-Manier regieren? Auf den Poden mit ihm?? Sowohl Julia Timoschenko als auch Michail Chodorkowski waren und sind keine Blumenkinder. In diesen Ländern sind Mächte am Werk, von denen wir keinen blassen Schimmer haben und je mehr ich davon ahne, umso mehr wächst mein Respekt gegenüber Putin. Auch und gerade Russland braucht seinen Platz in Europa. Und Putin keine Belehrungen sondern Freunde.

Die Welt ist nicht binär, schwarz oder weiß bzw. gut oder böse.

Wignand

Wignand, ein recht großer Zwerg, der hier im Wald lebt, sagte mir folgendes: „Es gab immer dumme Leute, und es gab in paar gescheite. Aber die Dummen waren nicht immer schlecht und die Gescheiten selten gut. Die richtig guten Menschen, die fand ich unter den einfachen Leuten. Und wenn einer wirklich gescheit war, dann suchte er auch die Nähe der einfachen Leute.“ Ja, der Wignand…

Frohe Weihnachten!

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Wellenreiten

Früher, also damals, empfand ich es als spannend, Kurzwelle zu hören. Ich kann mich an diese lustigen Zahlensender erinnern und wie ich mich als Adjutant von James Bond fühlte, wenn ich diese Zahlenkolonnen mitschrieb: Zwo fünneff acht acht drei… zwo fünneff acht acht drei.

Ich war vielleicht 13 oder 14, genau das richtige Alter für derartige Exkursionen. Das Internet gab es noch nicht, die „richtige“ Musik kam nur ab und zu aus dem Radio und wenn, wurde sie mitgeschnitten. Mit einem Tonbandgerät! Warum fühle ich mich alt gerade?

funker

Zahlensender gibt es immer noch, obwohl der kalte Krieg längst vorbei ist. Aber wer hört noch Kurzwelle? Mit dem iPod geht es nicht und mit den momentan üblichen Mikro-Anlagen wohl auch nicht. Einen teuren Empfänger kaufen und Kurzwelle zum Hobby machen? Nun ja, wenn man nichts besseres mit sich anzufangen weiß… .

Dieser verlorene Frühling hat es dann doch geschafft, daß ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Auslöser war ein Artikel über web-sdr, nämlich die Möglichkeit, Kurzwelle über das Internet zu hören. Unter websdr.org werden die entspechenden Anbieter (meisst Universitäten) gesammelt und verlinkt und schon kann man sich auf den angebotenen Frequenzen umhören. Eine sogenannter „waterfall“ zeigt die Spektren des ausgewählten Bereichs an und erlaubt somit auch einen visuellen Eindruck, was sich im Wellensalat gerade alles finden lässt.

WebSDR

Ich war erstaunt, wie schnell man sich darin zurecht findet. Die verschiedenen Dienste und Modi sind recht schnell verstanden und wenn nicht, kann man fragen. Die Oberfläche des web-sdr bietet gewöhnlich eine Chat-Box, über die man sich mit anderen Nutzern austauschen kann. Man wird natürlich mit Begriffen erschlagen, die man aber auch schnell drauf hat. Ich hab mich dort ein paar TAGE umgesehen und nicht WOCHEN. Aber ich bin ja auch gut :-))

Und was treiben die Menschen auf Kurzwelle? Nun ja, zunächst gibt es das klassische Radio, das in diesem Wellenbereich eine unglaubliche Reichweite erlaubt. Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Wellen zudem von der Ionosspäre reflektiert, die so entstehende Raumwelle kann sich um den ganzen Globus erstrecken. Dies nutzen die Auslandsdienste verschiedener Länder, um mit ihren Sendungen (auch in deutscher Sprache, natürlich auch Propaganda) ein großes Publikum zu erreichen. Leider wird dieses Engagement mehr und mehr zurückgefahren, auch die Deutsche Welle hat ihre Präsenz stark eingeschränkt.

Neben den offiziellen Sendungen gibt es in ausgewiesenen Bereichen den Amateurfunk. Dort versuchen Aktive mit anderen Amateurfunkern in Kontakt zu treten, je weiter entfernt sich der andere befindet, umso spannender und herausfordernder ist die Angelegenheit natürlich. Funken darf man nicht einfach so, man benötigt eine Lizenz, einen Funk-Führerschein, dessen Erlangung kein Kinderspiel ist. Auch hier kennt der Irrsinn keine Grenzen, manche haben ihre ganze Bude und das Grundstück mit Funktechnik ausgestattet.

Aber unser Thema war ja hören. Und da gibt es natürlich auch allerlei spannende oder weniger spannende Dinge, die auf den Frequenzen stattfinden. Digitale und analoge Signale, Morsezeichen, Radar, Streams und data-bursts, ausgesendet von Menschen, Flugzeugen, EDV oder Bojen; Zeitsignale, Wetterberichte (auch per Fax) oder einfach nur Menschen die nichts besseres zu tun haben, als sich gegenseitig bunte Bildchen zu senden oder über das Wetter zu plaudern.

Antenne Japan

Es gibt Legenden wie den „Buzzer“ UVB-76 (4625 kHz), der seit 100 Jahren und einem Mittwoch mit hoher Leistung 25 Mal pro Minute einen Brummton sendet, keiner weiß wieso und warum. Und Highlights wie etwa die EAMs (Emergency Action Messages), chiffrierte Kurznachrichten der Streitkräfte, die in SKYKING-Messages gipfeln. Dies sind nichts weniger als Handlungsanweisungen an die Air-Force, auch und gerade den Einsatz von Kernwaffen betreffend. Ist man länger dabei (und/oder treibt sich in den enspechenden Foren herum) wird man schnell merken, daß ein Kim aus Nordkorea für einigen Wirbel sorgen kann.

Doch nicht nur was für Verschnarchte? Check it out!

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Hack

Vor ein paar Tagen wurde diese Seite gehackt. Der andere Kram, den ich auch noch betreibe, ebenfalls.
Es ist ja nun wirklich nicht so, daß irgendwo Menschen vor Tastaturen sitzen und meinem Trixo Böses wollen. Stattdessen scannen Bots automatisch Sicherheitslücken auf allen möglichen Servern und wenn sie fündig werden, installieren sie Schund. So kann es gut sein, daß die nächste Pishing-Attacke (biite geben Sie mir TAN-Nummer) über den Server des Gartenzwerg-Shops der Althippies aus Norderstedt abgewickelt wird.
Da aber niemand verlangen kann, daß jeder Servernutzer seine Seite ständig wasserdicht hält und die Logs kontrolliert, muß langsam mal etwas passieren. Es kann nicht sein, daß man diese Spam- und Dreckschleudern als gottgegeben ansieht.

Der Angriff auf meinen Server kam nicht aus Balugistan oder Wagadugu, sondern aus dem sonnigen Westen der USA. Mit dieser Scheiße wird Geld verdient, viel Geld. Dort stehen Lambos vor der Tür, aber es interessiert niemanden. Keine Drogen, kein Menschenhandel, keine Hehlerei… so what?

code

Es ist 20 Jahre her, daß ich das erste Mal im Internet war. Und in diesem tummeln sich mittlerweile mehr Menschen, als im Straßenverkehr. Aber wer ist für die Regeln zuständig? Wer regelt den Datenverkehr und ahndet Verstöße? Es liegen Grünröcke auf der Lauer um zu gucken, ob man angeschnallt ist. Aber das Internet bleibt anscheinend ein rechtsfreier Raum, für den niemand zuständig ist. Und wenn doch, dann riecht es nach Zensur oder BKA. Oder beidem.

Grummel!

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Ich rede Blech

Mein eigenes Baujahr bringt es mit sich, daß ich viele Oldtimer und Youngtimer noch aus Zeiten kenne, da sie zum alltäglichen Straßenbild gehörten. Zudem hatte ich schon immer eine Affinität zu schönen Autos und schnellen Frauen. Was nicht für die Frauen gilt, aber für die Autos: Ich hatte sie (fast) alle!

alfa-romeo-gt-junior

Mein erstes Auto war ein Alfa Romeo GT als Kantenhaube, denn ich war früh den Reizen der italienischen Schönheiten verfallen. Es folgte eine Guilia TI, aber auch „normale“ Gefährte, die nur der Fortbewegung dienten. Etliche Käfer natürlich, wobei ich die älteren Semester bevorzugte, T1-Bullis in allen Aggregatzuständen, Karmänner, Alfasuds und Peugeot 504, auf die danach ein weiteres Leben in Afrika wartete.

3500GT Vignale Spider innen

Ich blieb bei den alten Kisten und geriet dadurch natürlich in Kontakt mit der sich gerade bildenden Oldtimer-Szene. Sicherlich gab es schon immer Altblech-Fetischisten, die standen aber eher auf die Messing-Schnauferl oder seltene Modelle vom Schlage eines 300SL. Neu war, daß auch „normale“ und damals noch alltägliche Kisten Liebhaber fanden, die sich in Gruppen zusammentaten und Schraubergemeinschaften bildeten.

Ein Grund dafür mag die Umstellung der Fertigungsprozesse gewesen sein. Neue Autos wirkten nicht nur seelenlos, sondern auch eher getackert als aus dem Vollen gefräst wie etwa ein Buckelvolvo. Gerade Buckel und Amazon waren anspruchslos, chic, bequem und dabei günstig zu haben. Alte Daimler waren schon immer angesagt und es mag auch an der Hippie-Philosophie gelegen haben, daß man nicht alles der Schrottpresse überlassen wollte, sondern ein Blümchen draufklebte und es ins Herz schloß.

Fahrbares Landhaus

Dann lernte ich Hartmut kennen. Hartmut klebte nirgendwo Blümchen drauf, vielmehr hätte er gern mit militärischen und nicht militärischen Kettenfahrzeugen die Landschaft planiert. Aber wir lebten nicht Amerika, also verfügte Hartmut „nur“ über eine Sammlung von Borgward-LKW, die sich sehen lassen konnte. B522, B4500, B2000 und wie sie alle heißen, dazu eine Isabella Kombi zum herumgurken. Nebenbei handelte er mit alten Porsches (356) und sonstigem Edelkram mit Motor.  Hartmut hatte alles was man so braucht, von der Dalex bis zum Sandstrahlgebläse. So wird man angefixt! Und sowohl mein T1 als auch mein Ex-Stadtwerke-Käfer in grau liefen wirklich erheblich besser mit der Maschine vom 356 B.

Später tat ich es den Peugeot 504 gleich und ging auch nach Afrika. Die schnellen Frauen waren auch wichtiger geworden, danach in Berlin war eh keine Zeit und kein Platz für die Schrauberei… die Geschichte könnte nun zu Ende sein.

Es geschah auf dem Flugplatz Dortmund-Wickede. Nach der Landung hatte sich Sixt nicht lumpen lassen und dem langjährigen treuen Kunden ein Z3 M Coupé zum Golf-Preis bereitgestellt. Ich sackte mein Töchterlein ein, die der Grund meiner Reise war und wir erkundeten das Sauerland. Mit ausgeschaltetem ESP natürlich.

Z3M Coupe

Einmal Schrauber, immer Schrauber. Ich mache schon längst wieder fast alles selbst und habe herausgefunden, daß auch eine Kennfeldzündung mit sechs Zündspulen und das Doppelvanos auf die Gesetze der Physik achten und somit begreifbar sind.

Die Kombination von wenig Gewicht und großem Motor wird wohl nie an Reiz verlieren und so spuckt die Automobilindustrie doch ab und zu mal wieder eine Perle aus, unter die man sich legen mag. Glückauf!

(Dieser Text soll den Einstieg bilden für eine lose Folge von Bemerkungen zum rostigen Hobby, das ja längst sein Nischendasein verlassen hat. Meine eigenen Vorlieben haben sich bei genauer Betrachtung gar nicht verlagert, denn ich bin den Youngtimern treu geblieben. Nur die Zeit blieb nicht stehen und so sind aus diesen mittlerweile echte und begehrte Oldtimer geworden.)

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Doch mal wieder Vinyl?

Als wirklich nettes Winterprojekt kann ich den Aufbau eines Plattenspielers empfehlen. Vielleicht hat man ja noch Vinyl, es erscheinen aber auch zunehmend wieder Alben und angenehm ist es sowieso, mal wieder eine Platte aufzulegen.

Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Da die fortschreitende Technologie es ja mittlerweile geschafft hat, Musikwiedergabe ohne bewegliche Teile zu ermöglichen, sehnen sich doch einige Menschen nach etwas Handfestem. Zudem bietet ein Plattenspieler die Möglichkeit, den Klang an den Geschmack oder die ansonsten verwendeten Komponenten anzupassen.

Wirklich ausgestorben waren Plattenspieler eigentlich nie, auch wenn sie zwischendurch nur noch „turntables“ genannt wurden. Die Clubszene wäre ohne DJs und den 1200er Technics undenkbar. Für High-End-User stellte ein Laufwerk sowieso die ultimative Musikquelle dar und auch ambitionierte Musikkomsumenten lieben den analogen Klang, wenn da nur nicht diese aufwendigen Begleitumstände wären.

Auf eine LP-Seite passen nun mal nur 25 Minuten Musik. Danach muss sie umgedreht oder eine andere LP aufgelegt werden. Man sollte pfleglich mit ihnen umgehen, sie stets mit Innenhülle wieder in das Cover versenken und angemessen lagern. Der Plattenspieler selbst sollte gerade und möglichst akkustisch entkoppelt aufgestellt werden, Tonarm und Tonabnehmersystem müssen justiert werden und unterliegen, wie auch das Lager des Plattentellers, Verschleiß.

Dennoch besteht wieder zunehmend eine Nachfrage nach diesen schönen analogen Schmuckstücken. Gerade Einsteigergeräte werden fertig konfiguriert angeboten, die dann „out of the box“ spielbereit sind. Wenn denn überhaupt ein Phono-Eingang vorhanden ist. Ansonsten muß zusätzlich ein separater Phono-Vorverstärker angeschafft werden.

Dieser etwas lange Einstieg ist denen geschuldet, die sich bisher kaum oder gar nicht mit der Thema auseinandergesetzt haben. Wirkliche Analog-Fans wissen eh wie es funktioniert oder haben ihren HiFi-Guru. Doch wie findet ein Newbie seinen Einstieg? Ganz einfach: Loslegen! Es gibt für um die 400 Euro annehmbare Geräte, die brauchbare Ergebnisse liefern. Ob es nun ein Pro-Ject, Rega oder Thorens wird, das entscheidet der individuelle Geschmack, gucken kann man mal bei PhonoPhono. Die Leute dort scheinen Ahnung zu haben und bieten eine gute Auswahl an brauchbaren Geräten.

Für die etwas anbitionierteren bzw. mutigeren Aspiranten sei das englische eBay empfohlen. Dort werden teilweise coole Chassis und Tonarme angeboten und man kann sich dann sein Laufwerk zusammenbauen. Mit Glück stößt man schon mal auf einen älteren Roksan Xerxes und auf einen guten Arm von Rega, Jelco oder Linn. Oder man probiert einfach mal was Cooles aus, an der Stelle befinde ich mich gerade :-))

Unterstützung in allen Lebenslagen bietet nach wie vor das HiFi-Forum, speziell für Analogtechnik das Analog-Forum und in Sachen Justage von Systemen und Know-How zum Thema Plattenspieler kommt man hieran und an Frank Landmesser kaum vorbei.

Den Jungs vom HiFi-Forum an dieser Stelle nochmal vielen Dank! Kaum jammerte ich ein wenig herum, daß ein alter Receiver nicht mehr so will wie ich ihn gern hätte, kamen Schaltplan, detaillierte Analysen und bebilderte Reparaturanweisungen! Super!

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Navi im Wald

Zunächst einmal will ich klarstellen, daß man gewissen Tüddelkram nun wirklich nicht überall braucht. Menschen die bei schönstem Wetter und Vogelgezwitscher mit Knöpfen im Ohr durch Wald und Feld joggen, haben nach meiner Meinung ein Rad ab.

Ich habe keinen Hund und gehe daher freiwillig vor die Tür und nicht, weil der Wuffel pinkeln muß. Selbst wenn ich weitere Strecken unterwegs bin, finde ich nach Hause oder zum Auto zurück. Zudem kann ich Karten lesen und mit nem Kompass umgehen. Wozu also ein Navi für den Wald?

 

Einfache Antwort: Es gibt ne „App“ dafür und ich hab es einfach mal ausprobiert. Den Track zu Beginn der Tour gestartet und dann einfach in der Tasche mitlaufen lassen. Was NICHT passiert ist, daß man aufgefordert wird am 3. Baum links abzubiegen. Stattdessen werden auf einer recht guten Standardkarte die aktuelle Position, die Bewegungsrichtung, die Himmelsrichtungen und die bereits zurückgelegte Strecke angezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuhause am PC kann man den erfassten Track herunterladen und Details zur Tour abrufen, so etwa das Höhenprofil und die zurückgelegte Strecke. Anders herum funktioniert es natürlich auch, also einen Track planen und dann „abwandern“.

Vorteil dieses Helferlein ist, daß man auch bei unbekanntem Terrain einfach losmarschieren kann und immer weiß wo man gerade steckt. Zudem lassen sich verschiedene Karten einbinden und die sind auch nicht gerade da zuende, wo es interessant wird.

Eine Testversion von ape@map gibt es für lau, unterstützt wird das iPhone, Androiden und NOKIA (!). Die Installation klappte problemlos und nun hab ich immer ne Karte dabei, was will man mehr.

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ELECTED

Kennen Sie das? Es läuft coole Mucke im Autoradio, plötzlich schaltet man zwei Gänge runter und dreht sie dann viel höher? Schaltet dann das ESP aus, weil es quer erst richtig Spaß macht?

Es lief Alice Cooper „Elected“. Wie war das noch, es wurde erst bei Punk so richtig laut? Und vorher wurde nur gekifft und „Nights In White Satin“ gehört? Ich hab das anders in Erinnerung.

Als ich jetzt das Video sah dachte ich zunächst „alt geworden, der Kerl“ und „große Lust hat er aber auch nicht mehr“. Aber der Sound ist gut und absolut authentisch. Und dann, spätestens bei 2:09, hat er Dich, der alte Haudegen und es geht ab. Respekt!

Laut machen!

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Harald Blauzahn

Nein, ich hab kein iPhone. Vielmehr hatte ich mich so lange an mein altes Nokia E70 mit Klapptastatur geklammert, bis es aussah wie ein prähistorisches Steinwerkzeug.

Als ehemaliger Nerd kann auch Verweigerung stilbildend sein. Das Ding konnte ja auch alles, was man so braucht. Mails abrufen, recht gute Bilder machen, Musik wiedergeben, WLANs nutzen… was will man mehr. Bluetooth hatte es auch.

Womit wir beim Thema wären. Bluetooth wurde von der Firma Ericsson (Schweden) ersonnen, um eine Kommunikation von Mobiltelefonen mit anderen Geräten über kurze Distanzen zu ermöglichen.  Der so entstandene neue Funkstandard wurde nach Harald Blauzahn benannt, einem alten Wikinger und König von Dänemark. Und ich erzählte grad keinen Bullshit!

Bluetooth ist mittlerweile das Zauberwort wenn es darum geht, im Auto ohne Handy am Ohr zu telefonieren. Warum es dennoch noch so viele tun, bleibt mir schleierhaft, denn einmal konfiguriert meldet sich mein Mobiltelefon automatisch beim Autoradio an, wenn ich ins Auto steige, also, wo ist das Problem?

Mein neues Mobiltelefon, wie gesagt kein iPhone, hab ich dann auch in der Küche allen Geräten vorgestellt und ein paar Gimmicks installiert, die mir das Leben erleichtern. Als besonders klasse hat sich die Fleurop-Taste erwiesen, die automatisch allen Damen, die im Telefonbuch des Mobiltelefons gespeichert sind, Blumen schickt. Okay, ich bin mal aus versehen drangekommen und es wurde dann recht teuer, aber die Resonanz war überwältigend!

Richtig eingestiegen auf die neuen Möglichkeiten ist allerdings meine Küchenmaschine von Bosch. Der Erfinder von Zündkerze, ABS, ESP und aller gängigen Einspritzanlagen hat natürlich etliche wenig dokumentierte Funktionen in seine Geräte eingebaut, von denen wir wenig ahnen.

Mitten in der Nacht kam eben jene Küchenmaschine auf die Idee, man könne ja morgen mal Pflaumenkuchen machen. Sie bestellte beim Kühlschrank (der bei mir auch die Lebensmittel in der Speisekammer verwaltet) alle nötigen Zutaten und so bekam ich um zwei Uhr nachts eine SMS von ihm, ich möge Zimt und Schlagsahne mitbringen. Ich saß gerade mit Chantal und Svetlana im Whirlpool und musste  beide erstmal aufklären.

Wer in seinem Auto über kein bluetoothfähiges Radio verfügt dem sei gesagt, daß es sich auch bei den heute üblichen Gebilden in der Mittelkonsole oft nur um geschickt verblendete, standardisierte Geräte mit Doppel-DIN-Schacht handelt, die man austauschen bzw. aufrüsten kann. Sollte dies nicht der Fall sein, kann eventuell beim Schrottplatz Ihres Vertrauens ein passendes, leistungsfähigeres Modell erworben werden.

Als User eines angehenden Youngtimers (wo bekommt man noch ein Auto um die 1000 Kilo mit Heckantrieb?) mit Standardschacht kann ich guten Gewissens das Blaupunkt (nicht verwandt mit Blauzahn) Toronto empfehlen. Tut, was es tun muß, kostet nicht die Welt und die Farbe des Displays lässt sich an die vorherrschende anpassen.  Der Sound, der per Bluetooth vom neuen Nokia kommt, ist super und das Toronto wirkt auch in einem eher sachlichen Umfeld nicht wie ein Fremdkörper. Das werden unsere Freunde aus Japan so schnell nicht lernen.

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Selah Sue

Es mangelt ja momentan nicht unbedingt an guten Frauenstimmen. Vielmehr kann man wirklich von einem Boom des Retro-Soul sprechen, der uns hervorragende Sängerinnen bescherte. Amy Winehouse, Adele, Duffy… und diese dann noch alle im Mainstream-Radio rauf und runter, wann gab es vergleichbares zuletzt? Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Wer in meiner Plattensammlung stöbert wird dort vielen Frauen aus zig Jahrzehnten Musikgeschichte begegnen: Ella Fitzgerald, Nina Simone, Aretha Franklin, Dusty Springfield, Dionne Warwick, Diana Ross und so weiter. Und ich bin da nicht kleinlich, ja, auch Madonna hat dort ihren Platz. Und natürlich Patty Smith, the non-material-girl. Alle da, ich bin für diese Mucke also durchaus empfänglich :-)

Und jetzt taucht dieser 23-jährige Kobold Selah Sue auf! Die Musik sprudelt nur so aus ihr heraus, alles ist auf ihrem Mist gewachsen, wird noch nicht im Radio rauf und runter gespielt, aber, und da bin ich mir sicher, von dieser Power, dem Talent und der Stimme werden wir noch eine Menge haben. Zudem kann man sich auf der Stelle in diese Frau verlieben. Wow!

Und wer behauptet jetzt noch, authentisch muss nach Ghetto oder Gruft aussehen?

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Musik per Datenfunk

Ich hatte es ja hier versprochen. Also kommt jetzt der Text zum Thema digitale Berieselung. Was mal wieder auffällt: Dinge die etwas taugen können durchaus hübsch sein!

Ich selbst bin begeisteter Radio-Mensch und stehe gar nicht so auf Konserven. Da ich aber einige Sendungen aus meiner ehemaligen Heimat regelmässig höre, bin ich trotzdem auf „digitale Berieselung“ angewiesen. Ich gehe daher auf beide Bereiche ein.

Auf den ersten Blick sieht die Operation danach aus, als würde man Dinge zusammenbringen wollen, die nicht zusammen gehören. Das stimmt nur schon lange nicht mehr. Musik wird digital aufgenommen, produziert und weiterverarbeitet und liegt eben auch digital vor, wenn man die CD in den Player schiebt.

Was noch analog vorliegt ist UKW, Vinyl und eventuell noch vorhandene Tapes.
In unseren CD-Playern ist der Wandler von digital zu analog bereits integriert, also fällt dieser Schritt gar nicht wirklich auf. Aus diesem Grund zerlege ich jetzt mal den CD-Player in die Bestandteile Daten-Quelle, Wandler und Übertragungsweg. Als Quelle dient eine Musik-CD, deren Dateninformationen mittels Laserstrahl ausgelesen einen Datenstom ergeben. Dieser Datenstrom wird durch den D/A-Wandler in analoge Signale umgewandelt und per Chinchkabel an den Verstärker weitergegeben.

Und ähnlich bauen wir nun auch unsere Streaming-Version auf. Als Quelle kommt das bereits streamende Internet-Radio oder unsere digitale Konserve ins Spiel, als Übertragungsweg das eh vorhandene W-LAN (eventuell auch Bluetooth) und ein D/A-Wandler übergibt die Signale an unseren HiFi-Altar.

Nein, wir benötigen jetzt keinen Lötkolben. Alle für diese Lösung benötigten Geräte sind am Markt verfügbar. Sie wollen nur, wie auch unsere anderen Schätze, mit Bedacht augewählt sein und zusammen passen. Und daher verlassen wir nun die Theorie und schauen uns die vorhandenen Lösungen an:

Was es gibt sind Multimedialösungen. Ohne Ende Multimedialösungen. Sprich: Vatter sitzt auf dem Sofa und bringt per Fernbedienung alles auf den Flachbildschirm und die angeschlossene Surround-Anlage. Das kann man soweit perfektionieren bis die Feuerwehr anrückt, wenn im Film ein Flieger abstürzt. Nette Sache, aber nix für uns.

Dann gibt es die Rechner-Lösungen. Egal ob Laptop oder großer Kasten, aber die Schaltzentrale ist der Recher. Sprich: Sohnemann sitzt eh vorm Rechner (genau wie Vattern vor der Glotze), twittert, skypt und was sie alle tun mögen und hört eben auch Musik. Mit einer vernünftigen Soundkarte kann das auch alles prima klingen, wenn, ja wenn, nichts anderes passiert auf dem Ding. Alle Soundtreiber müssen quasi Windows entmachten, damit auf die reine Quelle zugegriffen werden kann und Windows eben nicht dazwischen funkt. Nicht mal die Lautstärke sollte man am Rechner regeln können, weil das sofort Einfluß auf die Bit-Rate hat. Warum das so ist? Keiner weiß es, aber die Dinger sind nun mal nicht als HiFi-Bausteine konzipiert, man muß welche draus machen. Nachteil: Man sitzt vor einem Rechner, um Musik zu hören??

Dann werden wir ja gerade überschwemmt von der Apple-Manie. Ohne iPhone, iPad und iPod ist man ein nichtsnutziger Wurm, vollkommen out und leider auch mehr und mehr von gewissen Zusatzleistungen z.B. der Printmedien ausgeschlossen. Dabei können die Dinger nichts anderes als das, was ich vor 15 Jahren schon mit meinem Palm veranstaltet habe. Nur ist das jetzt Mainstream und alle entwickeln etwas für diese Apple-Welt.

Aber: Wir kommen damit der eierlegenden Wollmilchsau schon näher. Es reicht nämlich ein dummes, leises und vernünftig konfiguriertes Kästchen, auf dem die Musik abgelegt wurde und wird und ein blöder iPod, mit dem man das Kästlein bedient. Man kann also Musik hören ohne dies vom Laptop oder der Glotze aus zu steuern. Was man allerdings ab und zu tun muß ist, das Kästchen mit Musik zu füttern.

Die Musikquelle ist das Kästlein und macht auch sonst nichts anderes. Erreichen kann man es per W-LAN von jedem Rechner aus und kann dann Musik draufschaufeln. Danach wartet es auf Befehle vom iPod, der in dem Fall quasi nur als Fernbedienung funktioniert. So machen es mittlerweile mehrere Anbieter.

Ich personlich finde das Konzept von Sonos recht überzeugend und die nötigen Bausteine sind erschwinglich. Optional lässt sich natürlich Internet-Radio einbinden, womit Sonos auch mich glücklich machen könnte.

Anders herum macht es TEAC mit seiner WAP-Serie. Hier entsteht aus einem Internet-Radio eine komplette Streaming-Lösung, indem man eine externe Festplatte an den WAP anschließt. Eine hübsche Fernbedienung ist dabei alles, was man von der Geschichte zu sehen bekommen muß. Somit ist TEAC mit dem WAP-8600 ziemlich nah an der Lösung, die mir besonders behagt. Aber ob der vernünftig klingt? Er kann aber auch nicht reduzierte Fomate, nicht nur MP3!

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: DIE ultimative Lösung gibt es einfach noch nicht. Und das hat natürlich einen Grund. Es gibt unzählige Menschen auf der Welt, die Musik hören wollen. Aber für die paar, die es in der Reinform tun wollen lohnt es nicht, etwas zu entwickeln. Tut es aber doch jemand, will er richtig Geld dafür und bekommt es über Masse nicht herein. So entstehen Insellösungen, die oft nur mit Produkten aus dem eigenen Hause funktionieren.

Was es gibt sind Lösungen aus der Consumer-Welt, die durchaus das Zeug zur Bereicherung des heimischen Musikgenusses besitzen. Ob sie klanglich mit den anderen Komponenten mithalten können, darf bezweifelt werden. Aber es war ja auch von Berieselung die Rede. Aufpeppen kann man aber beide hier vorgestellten Systeme. So erlauben digitale Ausgänge den Anschluß eines externen Wandlers.

Wer einen „richtigen“ HiFi-Baustein für das Streaming bevorzugt, der sollte sich den Rotel RGD-1520 einmal genauer ansehen. Auch er kann mit mit dem iPhone oder iPod bedient werden, die Musik darauf auch abspielen und überzeugt auch klanglich. Es tut sich also was! Etwa tausend Euro sollte man aber einplanen.

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